Nächste Termine
  • Events are coming soon, stay tuned!


«

»

Dez
07

Es ist mal wieder Herbst in den deutschen Fußballstadien. Natürlich nicht nur dort, sondern auch andernorts, aber insbesondere dort.

Mittlerweile wird, wie fast jedes Jahr, wieder eine Task Force gegründet. Normalerweise quittiere ich dies mit einem Lächeln, aber in diesem Herbst will es mir einfach nicht gelingen. Ich scheitere ein wenig an dieser Oberflächlichkeit und reagiere nicht wirklich souverän gegenüber mir selbst.

Ich lächele auch darüber, wenn bedingungslose Leidenschaft im Fußball mal gelungenere, mal weniger geglückte Spruchbänder in den Kurven wachsen lässt. Wenn da von „für Dich gehen wir durch die blauschwarze Hölle“, oder „für Euch gehen wir meilenweit“ geschrieben wird, finde ich das noch nett, aber wenn dann die „Liebe“ mit „Für Euch gehen wir über Leichen“ bekräftigt wird, dann rollen zumindest meine Augen.

Insbesondere in diesem „Herbst“, wo sich Populisten ob der aufbordenden Gewalt mit Vorschlägen zu überbieten versuchen.

Auch ich habe da vor Wochen in der Saarbrücker Zeitung ein Interview dazu gegeben. Die Headline dazu lautete „Pyrotechnik ist kein Verbrechen“. Leider wurde diese Aussage von vielen auch so gelesen, dass ich jeglichen Einsatz von Pyrotechnik toll finden würde und womöglich geradezu dazu auffordere, dass Bengalos im Block gezündet werden sollten.

Dem ist natürlich nicht so. Einen Einsatz von Bengalos in einer engen Menschengruppe, oder den Einsatz von Rauch lehne ich komplett ab. Von Böllern und Raketen ganz zu schweigen. Punkt.

Was ich hingegen befürworte ist, dass man ernsthaft miteinander spricht und dass man sich auch ernsthaft zuhören will. Und dazu gehört auch, dass man sich über scheinbar „undenkbare“ Dinge unterhalten will und kann. Das hat was mit Respekt zu tun und dem Interesse den Anderen verstehen zu wollen.

Gespiegelt auf die Thematik zum Umgang mit „Feuerwerk“ bedeutet dies, dass man sich mit allen Verantwortlichen zusammen setzt und bereit ist sich zuzuhören. In Saarbrücken heißt dies, dass sich der  Eigentümer des Stadions (Landeshauptstadt Saarbrücken), der Verein, die Polizei, die Feuerwehr, die Fanbetreuung und Fans zusammen setzen und ihre Positionen austauschen und verstehen wollen. Ob denn dann ein von allen Seiten tragfähiger, konstruktiver Vorschlag zum Umgang mit Pyrotechnik entwickelt werden kann, ist zunächst einmal völlig offen. Aber tatsächlich ist es wichtig, dass man diese Gespräche ergebnisoffen führen will und kann.

In Saarbrücken ist dies möglich und vor allem gewollt. Von daher wird es diese Gespräche auch auf Einladung der Stadt geben. Ihr werdet davon hören.

Solche offenen Gespräche sind vielleicht auch etwas anstrengend. Das ist aber der gemeinsamen Idee meist zuträglich.

Wo ich diese Zeilen gerade schreibe, hänge ich noch etwas im Zeitloch der gestrigen Mitgliederversammlung. Diese war für viele sicherlich auch anstrengend, aber einen neuen, besonderen Wert konnte der 1. FC Saarbrücken gestern beweisen. Man diskutiert miteinander, man bietet Alternativen an und man will in dieser Streitkultur den Verein weiter nach vorne bringen.

Dies ist ein besonderer Wert, den eine Gemeinschaft haben kann und der 1. FC Saarbrücken hat bewiesen, dass er diesen Wert hat. Das ist alles andere als oberflächlich und  es bewegt…….auch und insbesondere im Herbst.

Gehabt Euch wohl