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Mai
02

Kolumne Heidenheim

Eine kleine Spielstättenkunde des 1. FC Saarbrücken

Am Dienstag bestritt der FCS erstmals seit 1997 wieder ein Pflichtspiel und Stadtderby auf dem Saarbrücker Kieselhumes gegen die Mannschaft von Saar 05. Kieselhumes – da war doch was?! Richtig, in diesem Stadion trug der 1. FC Saarbrücken in der Vergangenheit zeitweise seine Heimspiele aus und somit ist dieses Stadion Teil der Vereinsgeschichte. Am Mittwoch konnte dann auch schon der 109. Geburtstag der Blau-Schwarzen gefeiert werden. In solch einer historischen Woche kann man gar nicht anders als nostalgisch werden und so schmökerten wir mal wieder in dem Fanbuch zum damals 100-jährigen Bestehen des 1. FC Saarbrücken. Die dort aufgeführte Spielstättenchronik faszinierte uns hierbei besonders – gerade in einer Zeit, in der die modernen Fußballarenen wie Pilze aus dem Boden schießen. Es ist erstaunlich, wo der Verein schon überall in Saarbrücken seine Heimspiele ausgetragen hat. Angefangen hat alles unter der Fußballabteilung des TV Malstatt. So wurde von 1903 bis 1906 auf einem Bolzplatz nordöstlich der Friedrichsschulen (die heutige Grund- und Hauptschule „Am Wallenbaum“ neben der St. Josef-Kirche) auf dem Jahnplatz gekickt. Den Bolzplatz gibt es übrigens immer noch! 1906 und 1907 wurde der Spielbetrieb auf den Sportplatz „auf dem Rotfeld“ verlegt. Heute existiert zwar noch der Straßenname „Im Rotfeld“, der Platz musste allerdings einer Autovertretung weichen. Nach einem erneuten Umzug unmittelbar hinter die Häuser „am Wallenbaum“ (heutige Riegelsberger Straße) trat die Fußballabteilung aus dem TV Malstatt aus und gründete den FV Malstatt-Burbach, welcher in den süddeutschen Fußballverband aufgenommen wurde. Auf dem „Sportplatz am Wallenbaum“ fanden also die ersten Ligaspiele des Vereins statt. Anstelle des Platzes findet man heute allerdings nur noch ein Eckhaus mit Garten. 1910 wurde abermals die Spielstätte gewechselt und der mittlerweile in FV 03 Saarbrücken umbenannte Verein bestritt bis zu dem Ersten Weltkrieg seine Spiele auf einem Sportplatz ortsauswärts auf der rechten Seite der Lebacher Straße (etwa zwischen Lebacher Straße, der jetzigen Rheinstraße und Hunsrückhöhenstraße). Folgt man einem kleinen Trampelpfad bei der Hunsrückhöhenstraße, dann sind dort tatsächlich noch Spuren der Vergangenheit zu finden. 1919 konnte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden – allerdings auf dem heutigen „historischen“ Rodenhof (Im Karree der heutigen Ottweiler Straße, Neunkircher Straße und Grühlingsstraße). Das Restaurant existiert noch, sonst finden sich allerdings hier nur noch Wohnsiedlungen. 1920 wechselte man schließlich in den Ludwigspark.  Gemeint ist jedoch nicht das jetzige Stadion, sondern es gab an dieser Stelle zuvor schon einen Sportplatz. Gespielt wurde auf roter Erde und die Umkleidekabinen befanden sich hinter dem Tor in Richtung Saarlandhalle. Anstelle der Haupttribüne stand auch damals schon eine kleine Tribüne. Weiterhin wurde der Platz von Stehtraversen umsäumt. Der alte Ludwigspark wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und diente als Lager für Trümmerschutt, sodass der neu gegründete 1. FC Saarbrücken nach Kriegsende erst einmal seine Heimspiele auf dem Saarbrücker Kieselhumes austragen musste. Am 2. August 1953 wurde der neue Ludwigspark (der alte Ludwigspark befindet sich übrigens auch heute noch unter dem jetzigen Stadion) offiziell eingeweiht und 1978 wurde schließlich die Gegentribüne erbaut.

Wir hoffen, dass der ein oder andere neugierig geworden ist  und sich mal auf Spurensuche begibt. Interessant ist es allemal 😉

Euer Innwurf-Team!